Eine wiederkehrende Verwechslung, vor allem bei Eigentümerschaften, die online recherchiert haben, bevor sie uns kontaktieren. CECB oder GEAK? Welchen verlangen? Beides? Welcher praktische Unterschied?
Die Antwort in einem Satz: rigoros derselbe Ausweis. Da die Verwechslung hartnäckig ist und sich aus der Koexistenz der welschen und deutschschweizerischen Terminologie nährt, dieser kurze Beitrag zur Klärung ein für alle Mal.
Dieselbe Zertifizierung, zwei Namen
Der kantonale Energieausweis stammt aus einem gemeinsamen Projekt der Konferenz der kantonalen Energiedirektoren (EnDK). 2009 lanciert, sollte er die Schweiz mit einem einheitlichen Werkzeug zur Energieklassierung von Gebäuden ausstatten, in allen Kantonen gültig.
Wie jedes offizielle Schweizer Werkzeug existiert er in mehreren sprachlichen Bezeichnungen:
- CECB: Certificat énergétique cantonal des bâtiments (Französisch).
- GEAK: Gebäudeenergieausweis der Kantone (Deutsch).
- CECE: Certificato energetico cantonale degli edifici (Italienisch, in den italienischsprachigen Kantonen).
Alle drei bezeichnen exakt dasselbe Produkt: dieselbe Methodik, dasselbe Formular, dieselbe A–G-Klassierung, denselben offiziellen Wert. Ein CECB-Bericht und ein GEAK-Bericht haben dieselbe Struktur, dieselben Seiten, dieselben Schlussfolgerungen. Nur die Sprache der Erstellung ändert sich.
Die erweiterte Version: CECB+ oder GEAK Plus
Auch die erweiterte Version des Ausweises (diejenige mit dem Beratungsbericht und Massnahmenplan über 20 Jahre) trägt zwei Namen.
- CECB+: französische Version, «CECB plus» ausgesprochen.
- GEAK Plus: deutsche Version, identisch zu CECB+.
Wenn von kantonalen Förderungen, die an den CECB+ gebunden sind, die Rede ist, ist es exakt dieselbe Bedingung wie für den GEAK Plus in der Deutschschweiz. Die Kantone verwenden die Bezeichnung ihrer Amtssprache, der Inhalt ist derselbe.
Woher die Verwechslung kommt
Mehrere Gründe halten diese doppelte Bezeichnung im Alltag aufrecht.
Online-Recherchen vermischen beides. Eine französischsprachige Eigentümerin, die nach «audit énergétique Suisse» sucht, stösst manchmal auf übersetzte deutschschweizerische Inhalte mit GEAK-Bezug. Sie schliesst — fälschlich —, es handle sich um ein anderes Produkt.
Eigentümerschaften in zweisprachigen Zonen. Die teils zweisprachigen Kantone Solothurn und Aargau verwenden je nach Gemeinde oder Service beide Begriffe. Eine deutschsprachige Solothurner Eigentümerschaft spricht von GEAK, ihr französischsprachiger Nachbar vom CECB.
Internationale Ingenieurbüros. Manche in mehreren Kantonen tätigen Büros nutzen je nach Klientel beide Begriffe synonym, was Verwirrung stiften kann.
Kantonale Behördenseiten. Je nach Kanton findet man den einen, den anderen oder beide. Die Konferenzwebseite verwendet standardmässig GEAK auf Deutsch und CECB auf Französisch, mit gelegentlichen Querverweisen.
Was KEIN CECB oder GEAK ist
Zur Klärung — einige verwandte, aber andere Produkte.
Das Minergie-Label. Energiequalitätslabel, vergeben durch den Verein Minergie, vor allem bei Neubauten oder schweren Sanierungen. Anspruchsvoller als eine gute GEAK-Klasse, aber ein anderer Rahmen. Ein Minergie-Gebäude hat oft auch einen GEAK in Klasse A oder B, umgekehrt gilt das nicht.
Interne Audits von Ingenieurbüros. Manche Büros bieten persönliche Energieaudits an, häufig detaillierter und teurer als ein GEAK. Sie können fachlich sehr nützlich sein, haben aber nicht den offiziellen Wert des GEAK für administrative Schritte.
Schnelldiagnosen online. Mehrere Websites bieten kostenlose oder günstige «Rechner» oder «Energiediagnosen» an. Keines dieser Werkzeuge hat den offiziellen GEAK-Wert. Sie können nützliche Hinweise liefern, ersetzen aber kein durch eine akkreditierte Fachperson ausgestelltes Zertifikat.
Französische DPE. Der französische diagnostic de performance énergétique hat in der Schweiz keinen Wert. Beim Kauf einer französischen Liegenschaft gilt die DPE. In der Schweiz der GEAK.
Fachperson wählen: GEAK reicht
In der Deutschschweiz verlangen Sie systematisch einen CECB+. Die Fachperson verwendet das französische Formular und die französische Terminologie. Wer in Solothurn oder im Aargau lebt und aus besonderem Grund (z. B. deutschsprachige Käuferschaft) einen Bericht in Deutsch wünscht, kann ihn in Deutsch verfassen lassen. Technisch möglich, der Inhalt bleibt identisch.
Auswahlkriterien für die Fachperson:
- Akkreditiert durch den Dachverband (im offiziellen kantonalen Register prüfbar).
- Gute Kenntnis der lokalen Bausubstanz (ein Aargauer Chalet wird nicht wie ein Basler Mehrfamilienhaus bewertet).
- Unabhängigkeit gegenüber Installateuren (bevorzugt, nicht zwingend).
- Vernünftige Lieferfrist (3–5 Wochen).
In der Praxis 2026
Verlieren Sie keine Zeit mit der Suche nach dem «Unterschied» zwischen CECB und GEAK: Es gibt keinen. Verlangen Sie einen CECB+ bei einer Deutschschweizer Fachperson. Der Bericht ist überall in der Schweiz gültig, auch für Schritte, die in der Deutschschweiz einen GEAK Plus verlangen (in der Praxis bei einem Deutschschweizer Objekt sehr selten).
Der einzige Moment, in dem die Unterscheidung praktisch relevant ist: beim Verkauf an eine deutschsprachige Käuferschaft, die einen Bericht in Deutsch wünscht. Bestellen Sie die Erstellung in Deutsch: Die Fachperson wendet dieselbe Methodik an, der Bericht trägt die Bezeichnung GEAK Plus.
Im Übrigen sind die beiden Akronyme synonym. Die Verwechslung ist mehr medial als real.